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Ideenwettbewerb für Bürgerstiftungen

Preisträger mit Bundespräsident Gauck
Preisträger mit Bundespräsident Gauck

 

Preisträger des 2. Ideenwettbewerbs für Bürgerstiftungen in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck ausgezeichnet


Erster Preis für Bürgerstiftung Halle, zweite Preise für Bürgerstiftungen Barnim Uckermark und Schaumburg


Der erste Preis im 2. Ideenwettbewerb der Herbert Quandt-Stiftung und der Initiative Bürgerstiftungen geht an die Bürgerstiftung Halle. Für ihren Wettbewerbsbeitrag „6 x Neuland – Kinder entdecken Halle" erhält die Stiftung aus Sachsen-Anhalt ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro. An die Bürgerstiftung Barnim Uckermark mit ihrem Projekt „Kohle für Coole" und an die Bürgerstiftung Schaumburg mit ihrem Projekt „Dialog bringt Beschäftigung" haben die Juroren mit je 7.500 Euro dotierte zweite Preise vergeben.

Mit einem Festakt im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck sind am Mittag in Berlin die Preisträger des 2. Ideenwettbewerbs für Bürgerstiftungen ausgezeichnet worden. Der mit 15.000 Euro dotierte erste Preis ging an die Bürgerstiftung Halle für ihren Beitrag „6 x Neuland – Kinder entdecken Halle". Die Bürgerstiftler von der Saale hatten mit Kindern aus unterschiedlichen Vierteln ihrer Stadt Halle neu entdeckt. Sechs Gruppen von Kindern und Jugendlichen waren in Begleitung von Mitarbeitern des kooperierenden KinderKunstForums Halle aufgebrochen, um zunächst ihr eigenes Umfeld zu erkunden. Das Gesehene und Erlebte verarbeiteten die Kinder künstlerisch. Anschließend entwickelten sie Routen entlang derer sie Kinder aus anderen Stadtvierteln durch ihren Bezirk führten. So entdeckten die „Altstadt-Kinder", dass Halle-Neustadt die spannenderen Skate- und BMX-Plätze zu bieten hat, eine Waldorfschule und direkten Zugang zu Feld und Wiesen. Kinder aus Halle-Neustadt wiederum bestaunten Stuck-Engel an Gründerzeitbauten, das Theater, den Zoo und Kirchen der Altstadt. Zum Abschluss soll nun ein Kinderwegeplan durch Halle entstehen.

„Die Bürgerstiftung Halle erweist sich als innovativer Brückenbauer zwischen unterschiedlichen sozialen Milieus und Vierteln einer traditionsreichen Großstadt", zitierte Dr. Christof Eichert, Vorstand der Herbert Quandt-Stiftung, in seiner Laudatio die Begründung der unabhängigen Jury. „Damit hat sie das Thema der 2. Wettbewerbsrunde in vorbildlicher Weise realisiert."

Unter der Überschrift „Brücken bauen zwischen sozialen Milieus" hatten die Herbert Quandt-Stiftung und die Initiative Bürgerstiftungen im Frühjahr 2011 alle Gütesiegel-Bürgerstiftungen aufgerufen, Projekte zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts einzureichen. Die Jury hatte daraufhin zehn Bürgerstiftungen ausgewählt und mit einem Startgeld von je 5.000 Euro in den Wettbewerb geschickt. Die nun nach Ablauf der mehrmonatigen Projektphase vergebenen Preisgelder in Höhe von insgesamt 30.000 Euro dienen der nachhaltigen Verankerung der besten Projekte.

Die Bürgerstiftungen Barnim Uckermark und Schaumburg teilen sich den zweiten Platz und erhalten je 7.500 Euro Preisgeld. Mit dem Projekt „Kohle für Coole" hat die Bürgerstiftung Barnim Uckermark konkrete Formen der Kinder- und Jugendbeteiligung in den Landkreisen Barnim und Uckermark etabliert. Über 120 Schüler aus beiden Landkreisen, von der Förderschule bis zum Gymnasium, haben an einem „Social Day" teilgenommen und ehrenamtlich in lokalen Betrieben oder Privathaushalten gearbeitet. Insgesamt sechzig Unternehmen haben sich beteiligt und für das Engagement der Schüler insgesamt 2.200 Euro gespendet. Die Hälfte des Geldes erhielten die Schulen, die andere Hälfte floss, um weitere Spendengelder der Bürgerstiftung auf 1.800 Euro erhöht, in einen Fonds. Eine aus Kindern und  Jugendlichen bestehende Jury befindet nun über die Vergabe der Gelder an Projekte von Kindern und Jugendorganisationen aus den nördlichen Teilen Brandenburgs. In der ersten Jury-Sitzung haben sich die Kinder auf zwei Förderthemen geeinigt: „Bewegungsfreiheit: Kunst, Bewegung, Spaß für alle" sowie „Aktiv gegen Mobbing, Gewalt und Rechtsradikalismus". Bis Mai 2012 nimmt die Kinderjury noch Förderanträge an.

„So nimmt man junge Menschen ernst, so baut man Brücken zwischen unterschiedlichen Schulen, Organisationen, zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie zwei Landkreisen", befand die Jury und lobte die „flächendeckende Teilnahme aller Schultypen mit Kindern aus den unterschiedlichsten sozialen Milieus".

Mit dem Projekt „Dialog bringt Beschäftigung" hat die Bürgerstiftung Schaumburg eine Kommunikationsplattform für Arbeitssuchende und Unternehmer etablieren und damit Langzeitarbeitslose und Arbeitgeber in der Region miteinander ins Gespräch gebracht. Dabei kooperiert die Bürgerstiftung mit dem örtlichen Job-Center und der „Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit" (S.I.G.A.). Bislang haben schon mehrere Treffen stattgefunden, bei denen sich jeweils drei Unternehmer und knapp vierzig Arbeitsuchende über gegenseitige Erwartungen und Perspektiven ausgetauscht haben. Die dialogische Form und die direkte Begegnung an einem neutralen Ort ermöglicht es, unvoreingenommen aufeinander zuzugehen. Dabei nehmen persönliche Kontakte und Gespräche abseits formeller Bewerbungssituationen Berührungsängste. Sie senken Hemmschwellen und legen im Einzelfall eine tragfähige Basis für eine spätere Arbeitsaufnahme.

„Die Bürgerstiftung Schaumburg zeigt sich in dem Projekt als wahrer Impulsgeber", befand die Jury und lobte auch das gute Projektmanagement. „Die Stiftung geht ein gesellschaftliches Problem an und denkt schon zu Beginn an die langfristige Verankerung, indem sie die Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit gewinnen konnte, das Projekt auch nach Ablauf des Wettbewerbs weiterzuführen."

„Wer in einer Bürgerstiftung aktiv ist, gehört zu einem Netzwerk von sehr engagierten Menschen. Von Menschen, die mit viel Einsatz und Verantwortungsbewusstsein an der Gestaltung der Gesellschaft, in der sie leben, mitwirken. Bürgerstiftungen bündeln und verteilen diese zivilgesellschaftliche Energie dabei auf vorbildliche Weise", sagte Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär der Bundesverbandes Deutscher Stiftungen im Rahmen der Veranstaltung.

Bürgerstiftungen sind unabhängige, gemeinnützige Stiftungen von Bürgern für Bürger. Ihre Arbeit verkörpert bürgerschaftliches Engagement. Bürgerstiftungen sind geprägt durch das Miteinander und das Füreinander der Menschen in einer Gemeinde oder Region. Die Initiative Bürgerstiftungen (IBS) ist das unabhängige Kompetenzzentrum für alle Fragen zum Thema Bürgerstiftung in Deutschland. Sie fördert u. a. die bundesweite Netzwerkbildung und die Professionalisierung der deutschen Bürgerstiftungen. Sie ist unter dem Dach des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen angesiedelt. Die Herbert Quandt-Stiftung setzt sich für die Stärkung des freiheitlichen Gemeinwesens und den Zusammenhalt zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Milieus, Kulturen und Generationen ein. Mit dem Ideenwettbewerb möchten die Organisatoren die Innovationskraft der in Bürgerstiftungen aktiven Menschen fördern.

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Preisverleihung
Preisverleihung Publikum

Jurymitglied Inge Klöpfer mit Broschüre der Preisverleihung

Foto: Mika Schmidt

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Schirmherrschaft

Schirmherrschaft1

Foto: Mika Schmidt

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Konzept des Ideenwettbewerbs für Bürgerstiftungen


Bürgerschaftliches Engagement gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ein sichtbares Zeichen dafür sind die zahlreichen Bürgerstiftungen, die in den letzten Jahren in Deutschland entstanden sind. 2009 hat die Herbert Quandt-Stiftung in Kooperation mit der Initiative Bürgerstiftungen den Ideenwettbewerb für Bürgerstiftungen ins Leben gerufen. Das Projekt will die Bereitschaft der Bürger wecken und stärken, sich ehrenamtlich und selbstverantwortlich für das Gemeinwohl einzusetzen.

 

Der "Ideenwettbewerb für Bürgerstiftungen" steht jedes Jahr unter einem anderen Motto. Grundanliegen einer jeden Runde ist die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts - sei es über die Begegnung unterschiedlicher Milieus, Generationen oder Kulturen.


Verschiedene Phasen

Der Wettbewerb besteht aus mehreren Abschnitten: Zunächst können in der Bewerbungsphase alle bei der Initiative Bürgerstiftungen zertifizierten Bürgerstiftungen in Deutschland eine zum Jahresthema passende Projektidee einreichen. Eine unabhängige Expertenjury wählt daraus die zehn besten Konzepte aus. Die so in den Wettbewerb aufgenommenen Bürgerstiftungen erhalten je 5.000 Euro Startgeld, um ihre Projekte in der mehrmonatigen Projektphase zu realisieren. Am Ende der Runde bewertet die Jury dann die besten Projektdurchführungen. Die ersten drei Plätze erhalten abschließend bei einem feierlichen Finale Preisegelder in Höhe von 15.000, 10.000 und 5.000 Euro. Diese sind zur nachhaltigen Verankerung der Projekte gedacht.


Begleitung

Während aller Phasen werden die Bürgerstiftungen von der Initiative Bürgerstiftungen sowie der Herbert Quandt-Stiftung begleitet. Wesentliche Elemente sind Beratung, Vernetzung und Qualifizierung. Einmal pro Runde treffen sich alle Teilnehmer zu einem großen "Markt der Möglichkeiten", um sich gegenseitig kennenzulernen, auszutauschen und den aktuellen Stand ihrer Arbeit zu präsentieren.

 

Kontakt

Bild Ulrike Reichart

Ulrike Reichart

Projektleitung


Tel.: (030) 89 79 47-94

Fax: (030) 89 79 47-91

Preisträgerfilme

Unter folgenden Links finden Sie die Preisträgerfilme:

 

Film Bürgerstiftung Halle

 

Film Bürgerstiftung Schaumburg

 

Film Bürgerstiftung Barnim Uckermark

Logo Quandt

Der "Ideenwettbewerb für Bürgestiftungen" ist eine Kooperation der Herbert Quandt-Stiftung und der Initiative Bürgerstiftungen

 
© 2012 Initiative Bürgerstiftungen